Bedeutung der Hummeln

© Martina Mau
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Mit relativ kleinen Flügeln fliegen? Sogar bei Kälte und Wind? Gut, dass die Hummel genau das kann, denn sie leistet gemeinsam mit anderen Wildbienen und Honigbienen durch die Bestäubung von Nahrungs-, Gewürz-, Arznei- und weiteren Nutzpflanzen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und damit zur Sicherung der Lebensgrundlage für Menschen und Tiere. Erdbeeren, Tomaten und viele andere Kulturpflanzen würden deutlich weniger und kleinere Früchte tragen, wenn sie nicht durch Bienen bestäubt würden. Das Besondere an Hummeln ist, dass sie auch bei niedrigen Temperaturen und relativ starkem Wind fliegen und Blüten besuchen können, die für andere Bienen nicht oder nur unter großem Aufwand zu öffnen sind, z.B. das Löwenmäulchen.

Hummeln in Dortmund

Hummeln gehören zu den Insekten und sind ausgesprochen friedfertige Tiere. Im Siedlungsbereich erwartet man hauptsächlich sieben Hummelarten, von denen die meisten Tiere an ihrem Haarkleid gut in der Natur zu unterscheiden sind. Der Dortmunder Stadtgarten ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Hummeln selbst auf kleinem Raum ansiedeln können, denn sowohl Wiesen-, Baum-, Garten-, Acker- und Steinhummel als auch die Dunkle und die Helle Erdhummel wurden dort zahlreich nachgewiesen. Fotos zu den einzelnen Hummelarten finden Sie in der Mediathek.

Entwicklung eines Hummelvolkes

Im Frühjahr verlässt die Hummelkönigin ihre Überwinterungshöhle im Erdboden, sucht einen geeigneten Nistplatz, z.B. in verlassenen Nestern von Mäusen oder Maulwürfen, an der Erdoberfläche zwischen Gras- und Moospolstern oder in alten Baumhöhlen und Vogelnestern, sammelt Pollen und Nektar als Nahrung, legt Eier und brütet. Die schlüpfenden Arbeiterinnen helfen ihr beim Sammeln und Brüten, bis das Volk so groß ist, dass Jungköniginnen und männliche Hummeln, die Drohnen hervorgebracht werden können. Anschließend geht das Hummelvolk je nach Art im Sommer oder im Herbst zugrunde. Nur die von den Drohnen begatteten Jungköniginnen überwintern und gründen im folgenden Jahr ihre eigenen Völker.

Gefährdung von Hummeln

Hummeln benötigen geeignete Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten sowie ein lückenloses Nahrungsangebot für die gesamte Entwicklungsdauer ihres Volkes. Die Anzahl der Hummelarten und ihre Häufigkeiten haben in den vergangenen Jahrzehnten durch die Zerstörung ihrer Lebensräume stark abgenommen. Wachsmottenraupen, Kuckuckshummeln, Marder und andere Tiere sind die natürlichen Feinde der Hummeln. Spätfröste, Schlechtwetterperioden und lange Trockenheit erschweren ihnen zusätzlich ihr Leben. Die größte Bedrohung der Hummeln geht jedoch vom Menschen aus aufgrund der industriell betriebenen Landwirtschaft mit großen Flächen voller Monokulturen, z.B. Mais, dem Einsatz von Pestiziden, Dünger und schweren Maschinen sowie der zunehmenden Flächenversiegelung. Auch private Gärten und öffentliche Grünanlagen ohne Nektar bietende Pflanzen tragen dazu bei, dass zahlreiche Hummeln und andere Wildbienen verhungern. Viele Hummeln sterben außerdem durch Laubsauger und im Straßenverkehr.

Jeder kann etwas für Hummeln tun

Durch gezielte Erhöhung des Angebotes an Nahrungspflanzen und Kleinstrukturen zum Nisten und Überwintern in Gärten und auf Balkonen kann jeder Mensch Hummeln unterstützen. Wichtig ist dabei eine kontinuierliche Bepflanzung von März bis Oktober. Besonders gut geeignet für Gärten sind: Lungenkraut, Beinwell, Rhododendron, Taubnessel, Rot- und Weißklee, Kugeldistel, Flockenblume, Fetthenne, Spierstrauch, Natternkopf, Sonnenblume und viele weitere Arten. Bei genügend Platz sind Weiden, Spitzahorn, Obstbäume und -sträucher, Linden sowie bunte Blumenwiesen ideal. Für Balkone bieten sich z.B. Hornveilchen, Stiefmütterchen, Glockenblume, Klee, Mädchenauge, Katzenminze, Wiesensalbei und Lavendel an, die natürlich ebenfalls im Garten kultiviert werden können. Wer auf ungefüllte Blüten achtet, mehrere Exemplare einer Pflanzenart kauft und für ein durchgehendes Nahrungsangebot sorgt, kann sich während der gesamten Flugsaison dieser faszinierenden Tiere an ihnen erfreuen. Die aktive und bewusste Gestaltung von Grünflächen durch Menschen in Siedlungsbereichen ist eine riesige Chance, Hummeln und andere Wildbienen zu fördern und zu schützen und die Bestäubungsleistung für die Zukunft zu sichern.